Was ist ein Talker?
Ein Talker ist weit mehr als nur ein Tablet oder ein Computer mit Sprachausgabe. Für Menschen, die nicht oder nur schwer lautsprachlich kommunizieren können, ist er etwas ganz Entscheidendes: Er ist ihre Stimme.
Über einen Bildschirm mit Symbolen, Bildern oder Buchstaben können Kinder und Erwachsene ausdrücken, was sie bewegt. Ein Druck mit dem Finger, eine Bewegung mit dem Fuß oder sogar nur ein gezielter Blick mit den Augen reicht aus, und der Talker spricht das gewählte Wort laut aus.
„Ich bin hier. Ich habe eine Meinung. Und ich möchte mit dir teilen, wer ich bin.“ – Das ist die Botschaft, die jeder Talker transportiert.
Warum das alles verändert?
Ein Talker schenkt das kostbarste Gut, das wir uns vorstellen können: Selbstbestimmung.
Vom Abwarten zum Mitbestimmen: Ohne Talker müssen Betroffene oft darauf warten, dass andere erraten, was sie brauchen. Mit dem Talker entscheiden sie selbst – ob es die Wahl des Lieblingseis ist oder ein klares „Nein!“.
Verbindungen schaffen: Er ermöglicht es einem Kind, auf dem Spielplatz „Darf ich mitspielen?“ zu sagen. Er erlaubt es einem Erwachsenen, von seiner Vergangenheit zu erzählen.
Gesehen werden: Der Talker nimmt die Barriere des Schweigens weg. Er zeigt der Welt, wie viel Humor, Klugheit und Persönlichkeit in einem Menschen stecken, der sich über die Lautsprache bisher nicht mitteilen konnte.
Einladung zum Dialog
Wenn du zum ersten Mal einem Menschen begegnest, der einen Talker nutzt, braucht das im ersten Moment vielleicht ein wenig Mut auf beiden Seiten. Das ist völlig normal. Aber das Geheimnis ist ganz einfach: Hab keine Angst vor den Pausen.
Das Suchen der Symbole und das Eintippen brauchen Zeit. Schenke diesem Menschen diese Zeit. Warte geduldig, schau ihn an und hör zu. Denn was am Ende aus dem Lautsprecher kommt, ist das Schönste, was es im menschlichen Miteinander gibt: ein echter, ehrlicher Gedanke.
Unterstützte Kommunikation bedeutet: Jeder Mensch hat das Recht zu sprechen. Manchmal braucht es dafür nur ein bisschen Technik – und ein Gegenüber, das bereit ist, hinzuhören.
Genau dort setzt das Talker Camp an, das in diesem Jahr in Dortmund stattfand. Begleitet von Kolleg*innen, Integrationskräften und Studierenden der Uni Dortmund trafen sich 13 Schülerinnen und Schüler der Schule am Marsbruch, der Schule am Haus Langendreer und auch der Hedwig-Dransfeld-Schule, um den Umgang mit dem eigenen Talker im Alltag zu üben. Das Camp fand in der Jugendherberge in Dortmund statt und hat allen Beteiligten viel Freude gemacht und einige Aha-Erlebnisse beschert...
Tagsüber konnten die Schüler*innen sich entscheiden, ob sie zum Bäcker oder lieber in die Eisdiele gehen wollten, um selbstständig ihre Bestellungen aufzugeben oder doch lieber gemeinsam mit anderen in der Jugendherberge basteln und spielen wollten. Ein Highlight war der Besuch von Emma, dem Maskottchen des BVB. Emma kann doch tatsächlich auch mit dem Talker sprechen und und hat massenhaft Umarmungen und Autogramme spendiert :-)
Unser herzlicher Dank geht an die die Edith und Martin Guse Stiftung, die durch finanzielle Unterstützung dieses Camp möglich gemacht hat!